Kapitel 2 · Referenzprojekte aus der Industrie: Wie man Herstellerangaben technisch einordnet

Referenzprojekte aus der Industrie: Wie man Herstellerangaben technisch einordnet

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Hersteller von Beschichtungssystemen werben häufig mit Referenzprojekten bei namhaften Industrieunternehmen. Für technisch interessierte Leser stellt sich die Frage, was solche Angaben tatsächlich aussagen – und was nicht. Dieser Beitrag ordnet das allgemein ein, unabhängig von einem bestimmten Hersteller.

Was eine Referenzliste grundsätzlich zeigt – und was nicht
Referenzprojekte aus der Industrie verraten oft mehr über eine Technologie als ein Datenblatt, weil sie zeigen, unter welchen Bedingungen ein Verfahren im Alltag bestehen muss. Gleichzeitig sind solche Listen in aller Regel eine Selbstauskunft des Herstellers: Wer die Projekte auswählt und wie intensiv sie geprüft wurden, bevor sie auf einer Referenzenseite erscheinen, ist von außen meist nicht nachvollziehbar. Eine unabhängige Bestätigung durch die genannten Unternehmen liegt in solchen Fällen typischerweise nicht vor, solange der Hersteller selbst keine entsprechenden Nachweise veröffentlicht.

Warum die Branche der Referenzkunden technisch relevant ist
Für die technische Einordnung zählt weniger der Name eines Referenzkunden als die Branche, aus der er stammt: Ein Energiekonzern mit Tanks und Rohrleitungen stellt andere Anforderungen an eine Beschichtung als ein Automobilhersteller mit großflächigen Werksgebäuden oder ein Lebensmittelbetrieb mit eigenen Hygiene- und Temperaturvorgaben. Kommen Referenzprojekte aus mehreren, technisch unterschiedlichen Branchen, ist das ein etwas stärkeres Indiz für Marktreife als eine Referenzliste aus einer einzigen Branche – auch wenn beides eine unabhängige technische Prüfung nicht ersetzt.

Pilotprojekt oder etablierte Nutzung: ein wichtiger Unterschied
Technisch relevant ist außerdem, ob es sich um ein einmaliges Pilotprojekt oder eine über Jahre gewachsene, wiederkehrende Nutzung handelt: Ein Verfahren, das nur einmalig in einem Testfall eingesetzt wurde, sagt wenig über sein Langzeitverhalten aus. Wie lange und wie umfangreich ein bestimmtes Produkt bei seinen genannten Referenzkunden tatsächlich im Einsatz ist, lässt sich von außen aber in aller Regel nur beim Hersteller selbst erfragen.

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In eigener Sache: Diese Website und der Anbieter der Beschichtung PSCoat gehören zur selben Gesellschaft, der Zurynski, Oezdogan & Co GmbH. PSCoat wird vom Hersteller als dünnschichtige Wärmedämmbeschichtung für Gebäudehüllen, Dächer und technische Anlagen beschrieben und auf der eigenen Website unter anderem mit Referenzprojekten aus Industrie und Gewerbe beworben. Eine unabhängige Bestätigung dieser Projekte durch die jeweiligen Unternehmen liegt dieser Redaktion, wie oben allgemein beschrieben, nicht vor. Wer die dort genannten Projekte im Einzelnen nachvollziehen möchte, findet sie auf der Referenzenseite des Herstellers.

Was daraus für die eigene Prüfung folgt
Wer ein Beschichtungssystem für ein Industrie- oder Gewerbeprojekt in Betracht zieht, sollte eine Referenzliste als Ausgangspunkt behandeln, nicht als Nachweis: Sie zeigt, in welchen Branchen ein Anbieter grundsätzlich aktiv ist, ersetzt aber keine projektspezifische technische Prüfung. Wer belastbare Kennwerte für ein konkretes Vorhaben benötigt, sollte diese unabhängig von der Referenzliste direkt beim Hersteller anfordern.

Grundlage der Angaben

Die allgemeine Einordnung, welche Anforderungen Energiekonzerne, Automobilhersteller und Lebensmittelbetriebe typischerweise an Beschichtungen stellen, beruht auf allgemein bekanntem Fachwissen zu diesen Industrien, nicht auf einer projektspezifischen Prüfung.
Dass Referenzangaben von Herstellern in aller Regel Selbstauskünfte ohne unabhängige Drittbestätigung sind, ist eine allgemeine redaktionelle Einordnung dieser Redaktion.
Eine unabhängig geprüfte technische Eignung für einzelne, bei PSCoat oder anderen Anbietern genannte Referenzprojekte liegt der Redaktion nicht vor und wird im Artikel auch nicht behauptet.